Forum und Gästebuch

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 Eintrag Nr. 928 von MIchael Bettighofer vom 09.09.2011 um 16.55Uhr
Hallo Sebastian,

schön wieder von dir zu lesen!

Mal was echt sinnvolles was du hier zu
Buche schreibst.

Ich stimme dir zu 100% zu!!!!

Die Mobilität der Zukunft muss oder kann
nur ein Mix aus allen Systemen sein.
Problem hier in Deutschland ist, dass
wir zuviele Ideologen haben...Grüne
usw...die ein Problem mit dem Automobil
haben!

Geschwindigkeitsbegrenzungen wie Tempo
30 machen ja Sinn aber machmal kann ich
nur den Kopf schütteln. Ständige
Lastwechsel bei Motoren bringen hohe
Verbrauchswerte!!! Sowas weiß jedes
Kind. Mein Mercedes (sorry für die
Schleichwerbung) kann ich mit 3,8 L auf
100 km fahren...viele Faktoren tragen
dann allerdings dabei....wenn ich das
Geschrei nach einem drei Liter Auto
höre, dann sollen die mir mal sagen wo
und unter welchen Bedingungen diese drei
Liter erreicht werden sollen/müßen!

Wir haben in Deutschland wie du schon
sagst "Entscheidungsträger" die überall
mitreden wollen und das ist das Problem.
Ich hatte eine Veranstaltung von den
Grünen in Aachen besucht zu Thema
"drittes Gleis" für die Strecke Aachen -
Köln....war mal ganz nett zu hören wie
man sich das vorstellt. Keiner der Gäste
war aus der Schienenbranche...da wird
eine Planungsbüro in Aachen beauftragt
sich mal ein Bild von der Sache zu
machen....Auftraggeber die Grünen. Wie
das Gutachten ausgefallen war kann man
sich ja denken! Ja wir brauchen das
dritte Gleis!!! Ok soweit war man dann
schon mal....und weiter?????

Auf die Frage hin, nach kurzfristigen
bis mittelfristigen Lösungen hatte man
nichts zu sagen....Eupen-Stolberg nein
das geht doch wegen den Anwohnern
nicht!!!

Komisch gerade diese Partei ist doch so
Öko...Kernkraft nein! Windräder in die
Nordsee...aber bloß keine
Oberlandleitungen...das geht doch nicht
wegen der Landschaft....aber wir sind
auch für E-Mobilität wo der Strom dann
her kommt....steht auf einem anderen
Blatt!

Dies ist das Problem in Deutschland.
Fachleute sind nicht mehr in der Politik
zu finden. Thema Campusbahn...die soll
dann als Niederflurfahrzeug kommen! Gut
nicht verkehrt!!! Natürlich sollen die
Fahrzeuge eine DB Netzzulassung kriegen!

Stellt sich für mich die Frage: Haben
die mal in die EBO geschaut wie hoch
heute moderne Bahnsteige sind???

Wie sieht es dann mit PZB aus!???


Hier kann man sehen ,dass nur
Oberflächendenken vorhanden ist, kein
Fachmann hält das noch aus! Oberleitung
darf man in Aachen nicht verbauen, wegen
dem Stadtbild!

Gleichzeitig wurden aber Seilbahn und
Monorailsysteme ins Gespräch gebracht!!!
Igendwie ein Gegensatz in sich!!!

Das ist hier die Verkehrspolitik für
Oche!!!

Mein Vorschlag an die Politik!!!

Beständigkeit in der Sache hat sich
immer bezahlt gemacht...anstatt ständig
neue Baustellen aufzumachen!

 Eintrag Nr. 927 von Sebastian vom 09.09.2011 um 15.32Uhr
Hallo zusammen! Ein paar Takte muss ich noch zur falschen Verkehrspolitik der 1990er-Jahre im Nordkreis Aachen loswerden. Nämlich die Tatsache, dass die Gängelungen und vorsätzlichen Behinderungen des Kraftverkehrs zu einer Zeit einsetzten, wo man mit Argumenten des Umweltschutzes nicht mehr sehr weit kam: Zur Zeit der großen Umbauten und Einengungen von Hauptverkehrsstraßen waren in sämtlichen Neuwagen inzwischen 3-Wege-Katalysatoren verbaut, außerdem waren bleihaltige Kraftstoffe vom Markt verbannt und durch die immer weiterführende, zukunftsorientierte Forschung und Entwicklung von Motoren waren die Durchschnittsverbräuche auch verhältnismäßig reduziert. Wenn man nun diesen Wind aus den Segeln nimmt, bleibt einem Menschen mit normal tickenden Verstand nur der Schluss, dass es sich hier um Entscheidungen von Personen handeln muss, die schlicht und ergreifend Menschenfeinde sind und von der Bauart, wie man sie wirklich nicht gern als Nachbarn hat. Menschen, die in der Politik sitzen und/oder Entscheidungsträger, die auf ihren Ämtern charakterlich ungeeignet und prinzipiell dort nichts zu suchen hätten! Denn wie Michael es schon andeutet, das Auto ist des Deutschen liebstes Kind und war nicht nur, sondern ist weiterhin die sprichwörtlich treibende Wirtschaftskraft, das Produkt, an dem Deutschland bzw. die deutsche Arbeitskraft und Qualität im Ausland international gemessen und seit Jahrzehnten auf Rekordniveau hochgelobt wird. Und ausgerechnet im eigenen Stall wurde seinerzeit bewusst und - das unterstelle ich eben diesen Entscheidungsträgern - aus Böswilligkeit oder möglicherweise auch durch Korruption/Vetternwirtschaft der Spaß am "eigenen" Produkt versalzen.
Natürlich habe ich den Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit noch nicht angesprochen. Unstrittig und fast schon lächerlich ist der banale Schluss, dass von einem stillstehenden Kfz die geringste Gefahr ausgeht und eben die Gefahr mit der eigenen Geschwindigkeit zunimmt. Also könnte man denken, dass den Stadtplanern und Entscheidungsträgern die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im und außerhalb des Autos am Herzen läge. Aber neben den ökologischen Pluspunkten und Entwicklungen in den ersten der 1990er-Jahren gab es auch allerhand Fortschritte in puncto Sicherheit: Wer denkt heute noch über den Airbag nach, der selbst in Billigst-Kfz verpflichtend eingebaut ist, wer erinnert sich noch an die Einführung des ABS, an die Gestaltung von Knautschzonen, die ersten Tests des ADAC zur passiven Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern? Der Fahrradhelm kam seinerzeit ganz groß in Mode, außerdem wuchs die Anzahl von Mobiltelefonen und damit die Möglichkeit, im Falle eines Unfalls schnelle Hilfe zu alarmieren.
Man hat mit den Umbaumaßnahmen das Tempo verlangsamt, nicht nur auf den Hauptverkehrsstraßen - auch die Wohngebiete wurden allesamt flächendeckend in Tempo-30-Zonen umgewandelt. Da hat man sich heute so sehr dran gewöhnt, dass es einem gar nicht mehr, oder wenn, dann gegen eine Gebühr von 25 EUR wieder einfällt, nämlich dann, wenn das Knöllchen im Briefkasten liegt.

Betrachtet man nun die Entwicklung des Straßenverkehrs nicht nur in den von mir sehr plakativ hochgehaltenen Ortschaften wie Würselen und Kohlscheid, dann weis man nicht mehr so wirklich, wohin es führen soll:
Das Tempo verlangsamt sich - zum einen durch die o.g. Maßnahmen, andererseits durch die Zunahme der Verkehrsdichte, ein völlig logischer Schluss, den Steffen auch mit der Verlagerung bzw. Verkürzung der Nadelöhre aufgegriffen hat. Man muss also nun als Pendler, der sein schönes Einfamilienhaus in einer Eifelgemeinde besitzt, verglichen mit den Verkehrsströmen vor 20 Jahren, deutlich mehr Zeit investieren, um beispielsweise nach Aachen zu gelangen und dort seinem Job nachzugehen und nicht nur morgens, wo eigentlich tendenziell der Mensch produktiver ist, sondern auch am Nachmittag, wo dann nach einem stressigen Arbeitsalltag die noch stressigere Heimfahrt bevorsteht. Der Faktor Zeit spielt aber nicht nur im Kfz eine entscheidene (und nervige) Rolle, sondern auch in einigen Bereichen außerhalb und abseits der vier Räder: Wie sind beispielsweise Besorgungen möglich? Nicht jeder Supermarkt ist inzwischen bis 22 Uhr geöffnet und auch Arztpraxen sind keine Rund-um-die-Uhr-Betriebe. Was geht im Kopf der jungen und berufstätigen Mutter vor, die ihre Tochter nicht pünktlich von der KiTa abholen kann, etc. Das ließe sich jetzt endlos weiterspinnen. Um nocheinmal in Erinnerung zu rufen: Das Tempo im Straßenverkehr wird zunehmend langsamer.
Dem entgegen stehen eigentlich beinahe alle Bereiche des Lebens: Das Internet wird schneller, der Zyklus, in dem neue Produkte vorstellt werden, wird deutlich kürzer, das Leben gewinnt seit geschätzten 15 Jahren - das ist lediglich mein subjektives Gefühl! - an Geschwindigkeit und zwar massiv. Die Erreichbarkeit durch Handys, die Benutzung von Laptops, ständige Weiterentwicklungen im Bereich Multimedia, aber auch immer schnellere und stärkere Automobile, deren Verbrauch entgegen jeder Logik und dennoch Gott-sei-Dank weniger wird ... dies alles steht einer immer langsameren Mobilität im Wege - hätte ich es umgekehrt formuliert, wäre es vielleicht anschaulicher gewesen. Das ganze Problem an den Gegensätzlichkeiten ist der Mensch an sich, denn der erfährt tagtäglich starke Diskrepanzen und dies setzt ihn unter Stress. Das sind nicht nur die vorhin aufgeführten alltäglichen Sorgen, die Plagen, sondern das ist der Druck, der Zeitdruck, dem wir alle ausgesetzt sind. Wenn wir nicht - obgleich wir ein Teil ihrer sind - schnell genug in der Gesellschaft mitschwimmen, gehen wir unter und dies erzeugt in jedem von uns eben Stress, der sich im Magengeschwür, Schlaflosigkeit, Aggression usw. äußert. Es wäre natürlich zu billig, diese Phänomene nun auf den lahmenden Straßenverkehr zu schieben, doch trägt dieser meiner Meinung nach beachtlich dazu bei.

Diesen Ist-Zustand zu erkennen und zu beschreiben, ist schon etwas zeitintensiver und auch trotz meiner vielen Zeilen müsste man sich eben auch bitte an geeigneter Stelle, z.B. auch sehr gerne akademisch, hiermit ausinandersetzen und regional beschreiben. Denn dann - und erst dann - ist es möglich, qualifizierte Maßnahmen zu treffen, um einen wichtigen Punkt in unserem Leben, nämlich die Mobilität, wieder mit dem übrigen Rhytmus in Einklang zu bringen und somit nicht nur für eine höhere Lebensqualität, das hat Michael gut eigebracht, sondern auch für ein besseres und nachhaltigeres Wachstum zu sorgen, ein Wachstum, das den Eifelgemeinden gut täte.

Auch jetzt würde ich gern weiterschreiben, da lauern noch so einige Gedanken und Maßnahmen zwischen meinen Ohren, aber ich habe gerade keine Lust mehr zu tippen. Vielleicht morgen wieder?
Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Servus aus Tirol

 Eintrag Nr. 926 von Michael Bettighofer vom 09.09.2011 um 11.40Uhr
Hallo zusammen,

also eins mal vorweg! ich find es sehr
schön, wie sich hier ausgetauscht wird.
Eben alles friedlich und sachlich ob
dafür oder auch vielleicht mit Bedenken!

Hallo Sebastian,

ich find du bringst die Sachlage gut
rüber und ich kann deine Bedenken gut
verstehen, ja ich teile sie sogar. Wir
haben in Deutschland ein Problem. Erst
ist das Auto der Wirtschaftsfaktor und
die Begriff für Mobilität schlecht hin
und jetzt wird es verteufelt!!!

Irgendwie alles nicht durchdacht.

Fakt ist aber auch, dass sich unsere
Mobilität in den nächsten Jahren ändern
wird. Das Beispiel hierfür ist in unsere
Region die Euregiobahn. In vielen Teilen
Deutschlands finden ähnliche Aktivitäten
statt!

Wie und was am Ende kommt, dass bleibt
abzuwarten.

Ich denke, dass man hier in der Region
ein Mobilitätsmodel für die Rhein - Maas
Region erstellen sollte. Soll heißen
endlich mit Belgien und den Niederlanden
mal was zusammen oder verstärkt in diese
Richtung gemeinsam unternehmen.

Ich vermisse in der Öcherlokalpolitik,
dass man mal konsequent die Dinge
angeht..... dazu gehört für mich, dass
man in Aachen die Euregiobahn
systematisch weiter ausbaut und neue
Denkanstöße zulässt!!! Gerade wir in der
Grenzregion müssen über den Tellerrand
schauen. Hier wird nicht eine Sache
verfolgt, sondern Nebenschauplätze
ausgemacht...deren Finanzierung und
Wirtschaftlichkeit doch sehr fraglich
ist. Bewährtes weiterentwickeln wäre
besser, als sich ständig Träumen
hinzugeben und das Rad neu zu erfinden.

Du hast Recht, da wo keine Gleise mehr
liegen wird es schwer, wieder was in der
Richtung zu unternehmen, ob man das
jetzt toll findet ist mal dahin
gestellt. Wir leben in einer Demokratie
und da muss man auch mit Widerstand der
Anwohner rechnen.

Auf die Strecke Stolberg - Eupen
bezogen, sieht der Sachverhalt so aus,
dass die Strecke besteht und jederzeit
wieder in Betrieb genommen werden kann.

Steffen dir stimme ich zu, dass man
durch den Ausbau der Strassen das
Problem nur bedingt löst. Fakt ist die
Menschen in der Eifel sind auf das Auto
angewiesen und das wird auch noch lange
so bleiben. Du hast Recht, dass man die
Staus kürzer macht aber die Anzahl der
Autos bleibt gleich, verteilt sich nur
anders. Ich stell mir auch die Frage:
Wissen unsere Politiker eigentlich was
ein Auto im Leerlaufbetrieb an
Treibstoff verbraucht um nur alle System
e am Laufen zu halten....das ganze mal
auf den Tag umgerechnet an einer
einzigen Kreuzung!

Nein Sie wissen es nicht.

Die Eifel und das kann man schön an dem
neuen Pendleratlas der IHK Aachen sehen,
hat sich als Lebens aber auch
Wirtschaftsraum seit den 80er Jahren
ständig weiterentwickelt.

Wichtig wäre, dass man diesen Lebens und
Wirtschaftsraum, vernünftig an die
Verkehrssysteme anbindet und eben nicht
nur an das System Strasse!

Die Folgen für diese Region werden sein,
mit den steigenden Kosten im
Indivdualverkehr:

Abwanderung der Bevölkerung in die
Randbezirke der Städte. dadurch
Verknappung der Steuer und
Gewerbeeinkommen in der Eifelregion.



Wertverlust von Grundstücken und Häusern

Stagnation der Bevölkerung ( kein Zuzug
mehr, da Kosten für Mobilität zu hoch
sind) Im Umkehrschluss steigen die
Kosten im städtischen Bereich und in den
Randbezirken....soziale Probleme usw.

Eine vorhandene Infrastruktur ( Strassen
, Gas, Wasser und Stromnetz in der
Eifelregion muss durch immer weniger
Kunden die dort leben getragen werden.

Man kann noch viel hinzufügen!!!

Geht das so weiter dann ist die Eifel
ein Naturpark, den man sich aber so
nicht vorgestellt hat.

In diesem Sinne liebe Politiker hab ihr
einen Vorteil in der Demokratie...man
kann euch abwählen aber leider noch
nicht für eure Entscheidungen belangen
und
zwar mit eurem Privatvermögen...ihr wert
mehr oder minder Pleite!

 Eintrag Nr. 925 von Steffen vom 08.09.2011 um 14.41Uhr
http://www.hammerbilder.de
Hallo Sebastian,

Roetgen ist ein Paradebeispiel für planerische Weitsichtigkeit: Man hat ja nun wenigstens gemerkt, dass eine Menge Autos von Aachen in die Eifel und von der Eifel nach Aachen fahren. So viele Autos, dass sie sich stauen, in vor allem an der einzigen Ampel in Roetgen, wo auch noch der innerörtliche Verkehr hinzu kommt. Ja, sämtliche Supermärkte sind am selben Eck der großflächigen Ortschaft, und idealerweise nur über die Durchgangsstraße zu erreichen.

Der öcher Ottonormalverkehrsplaner baut nun also die Straßen, wo es geht, breiter: im Wald, also vor und hinter dem Nadelöhr. Und hinterher werden die Staus auch tatsächlich kürzer - die Autos stehen ja jetzt teilweise nebeneinander

Und bei dieser zukunftsweisenden Lösung *hüstel* fällt es auch gar nicht weiter auf, wenn nun das Nadelöhr noch mehr zum Nadelöhr wird: nämlich durch die Radfahrer auf dem Vennbahnradweg, die notgedrungen das Nadelöhr zwei mal überqueren müssen...

Beste Grüße aus dem Exil
Steffen

 Eintrag Nr. 924 von Sebastian vom 08.09.2011 um 13.46Uhr
Dass sich in Würselen großer Widerstand gegen eine Trassenführung durch die Innenstadt regt, kann ich nachvollziehen. Erst entfernt man Anfang der 1980er-Jahre die Eisenbahn vom Bereich Wilhelmstraße, Markt, richtet einen durchaus schönen und sinnvollen Stadtgarten ein, aus dem eine überaus fahrradtaugliche Strecke nach Aachen führt, in den 1990er-Jahren bebaut man nah an die ehemalige Eisenbahntrasse anliegende Grundstücke mit Wohn- und Gewerbegebäuden und nun sollen die Schienen wieder verlegt werden? Sorry, aber dieser Zug ist sprichwörtlich abgefahren! Zum einen verstehe ich die Anwohner, dass sie keine Eisenbahn mehr in noch unmittelbarerer Nähe mehr haben wollen, zudem würden die Schließzeiten von Schranken für noch mehr Verkehrschaos sorgen und außerdem gibt es durch die zwei bzw. drei Buslinien von Würselen nach Aachen eine gute ÖPNV-Anbindung nach Aachen.
Das Problem in Würselen und auch Kohlscheid besteht darin, dass man zu Beginn der 1990er-Jahre mit aller Macht, mit einer Menge Geld, Ignoranz und Konsequenz die Verkehrswege für Autos verengt und verkompliziert hat, um den motorisierten Individualverkehr (böse) zu schikanieren und den einzelnen Autofahrer für sein Tun zu bestrafen. Seither existieren sehr breite Bürgersteige, Radwege, Bäume sind zwischen die wenigen Parkplätze gepflanzt, es gibt alle paar hundert Meter Verkehrsinseln, um die der Verkehr sich herumschlengeln muss. Gleichzeitig wurden die Autos in den letzten 15 Jahren massiv breiter, länger und höher (selbst Kleinwagen haben heute beinahe utopische Ausmaße!) und vor allem ihre Anzahl stieg und steigt immens. Man hat also vor gut 20 Jahren verkehrstechnisch so ziemlich alles falsch gemacht, was man auch nur anrichten konnte, weil man sich bewusst gegen einen Blick in die weitere Zukunft und die Realität gesträubt und Autofahrern keine praxisnahe Alternative zum eigenen PKW präsentiert hat. Dazu kommen noch aktuelle Tendenzen, Attaktionen und wichtige, nützliche Geschäfte, Einkaufszentren und Gastronomiebetriebe an genau diesen engen Straßen anzusiedeln, also zusätzlich zum ohnehin schon beinahe infarkt-ähnlichen täglichen (Beruf-)Verkehr weitere PKW anzulocken - so geschieht es derzeit in Kohlscheid. Anstatt man sich dort um eine machbare Umgehung oder von mir aus Untertunnelung kümmert, sorgt man für noch mehr Verkehr auf überlasteten Wegen. Tusch? Ja, gleich dreimal, bitte! Und wer das Beispiel auf Roetgen - um einmal den Bezug zur Vennbahn herzustellen - anwenden möchte, nur zu! Namen austauschen und Szenarien beibehalten, viel Vergnügen.

Dann die Idee, Baesweiler über die alte, kaum noch als solche erkennbare Eisenbahntrasse anzubinden - autsch! Eine Eisenbahn, die am potentiellen Benutzer vorbeiführt, tolle Idee. Man frage bitte einmal die Bewohner von Inden-Altdorf, wie sie es finden, dass die achso-tolle Euregiobahn einen großen und sehr teuren Bogen um sie macht. Natürlich kann man jetzt dagegen argumentieren und sagen, dass die Menschen (z.B. in Würselen) berechtigterweise keine Eisenbahn vorm Wohnzimmerfenster haben möchten - allerdings wären die räumlichen Dimensionen in Baesweiler und Setterich etwas entspannter und ausgedehnter und man könnte schon eine Eisenbahntrasse so planen, dass weder die Panoramen der Wohnzimmerfenster, noch ausgedehnte Parkanlagen von z.B. alle 20min verkehrende Talente verschandelt werden. Zwar bin ich wahrlich kein Finanzexperte, allerdings bezeichne ich mich als Realist und bilde mir ein, dass die Renovierung der vorhandenen Strecke Mariagrube nach Siersdorf + Fortsetzung ans Ende der Städteregion mindestens genauso teuer wäre, wie die Planung und der Bau einer sinnvollen, bürgernahen neuen Trasse, oder?

Dann diese beharrliche Weigerung gegen einen Wiederaufbau zwischen Linnich und Baal: Auch hier hat man fleißig ge- und bebaut und die ursprüngliche Trasse leider verunmöglicht. Aber anders als in den Städten der Region gibts in und um Körrenzig und den benachbarten Ortschaften soetwas kostbares wie "Platz" - und auch trotz "Platz" wäre man hier am Rande der Ortschaften deren geringer Ausdehnung geschuldet, noch nah am möglichen Fahrgast, dem Anwohner. Achso, wer nicht unbedingt Anwohner ist, sondern z.B. ein Pendler von Jülich - oder, weil ich diesen Ortsnamen vorhin schon erwähnt habe, Inden-Altdorf nach Mönchengladbach oder Düsseldorf, der bräuchte im Falle der wiedereröffneten Schienenverbindung Linnich - Ball sein Auto deutlich seltener und muss keine Ehrenrunden durchs westliche Rheinland drehen und den Eindruck haben, dass er seinem täglichen Ziel kaum näher kommt.

Hab ich nochwas vergessen? Ja! Aber ich hab grad keine Lust mehr weiter zu schreiben. Pause!

 Eintrag Nr. 923 von Ikarina vom 08.09.2011 um 12.46Uhr
Die Verwirklichung vieler Bahnprojekte wäre wünschenswert und jedes einzelne betrifft und begünstigt gezielt diejenigen die am jeweiligen Standort arbeiten bzw. wohnen. Der Leserbrief in den Aachener Nachrichten von heute, 8. September 2011 : „Endlich auf Schienen durch den Rübenacker ?“ von Paul Radermacher , ehemaliger Aachener Stadtplaner, gibt jedoch zu denken. Kann der Avantis-Traum, der so lange schon geträumt wird, wirklich durch die geplante hohe Investition Verwirklichung finden oder ist am Ende die notwendige Summe astronomischer Größenordnung großzügig und bedenkenlos ohne den erwünschten Erfolg ausgegeben, Geld, das so bodenständigen Bedürfnissen wie Wiederbelebung Bördebahn Düren- Euskirchen und Lückenschluss Jülich- Baal dienen und das sogar zur Wiederherstellung der Falkenbachbrücke, der wichtigen Zweitverbindung nach Belgien, verwendet werden könnte.

 Eintrag Nr. 922 von Motorsöge vom 08.09.2011 um 12.41Uhr
Würselen sperrt sich total gegen die Eurigiobahn. Ich denke da wird eher Baesweiler angeschlossen. Vermutlich wurden alle Würselener Pläne schon fallen gelassen.

Gruß

MS

 Eintrag Nr. 921 von Sebastian vom 08.09.2011 um 12.07Uhr
Ich bin dafür, dass man Würselen an die Ringbahn anbindet und diese elektrifiert. Außerdem braucht man in Würselen einen 30m absperrbaren Stutzen ... als Parkplatz für meinen Taurus

 Eintrag Nr. 920 von Michael vom 08.09.2011 um 11.55Uhr
Halo zusammen,

na hier sind ja wirklich sehr gute
Ideen!!! Smile!!!

Nee mal was zum schmunzeln muss ja auch
sein. Hab aber den Anschluss an die
Transib vergessen!!!

Es ist schön zu sehen, dass sich in der
Region doch was in Sachen Eisenbahn
bewegt und der Ringschluß ist sicherlich
eines der umfangreichsten Projekte, die
gerade im Aachener Raum umgesetzt
werden.

Ich für meinen Teil finde es mehr als
richtig das dieses Ziel realisiert wird.
Danach wird man sehen....frei nach dem
Hornbachwerbesolgan......es gibt viel zu
tuen!

MFG

Michael

 Eintrag Nr. 919 von Pläne zur Euregiobahn vom 07.09.2011 um 23.01Uhr
Was haltet ihr von folgenden Plänen:

Euregiobahn in 4 Linien:

LINIE 1 Lüttich-Maastricht-Heerlen-Alsdorf-Stolberg-Breinig-Eupen-Lüttich

LINIE 2 Bonn-Euskirchen-Düren-Weisweiler-/Stolberg Altstadt-Stolberg Hbf-Aachen-Herzogenrath-Alsdorf-Siersdorf-Jülich-Düren-Heimbach/Geilenkirchen-Lindern-Heinsberg

LINIE 3 Untermaubach-Düren-Jülich-Linnich-Lindern-Heinsberg

Linie 4 Sittart-Heerlen-Avantis-/Lüttich-Aachen-Weisweiler-Düren

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