Forum und Gästebuch

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 Eintrag Nr. 1138 von Steffen vom 12.04.2012 um 14.24Uhr
Hallo Michael,

@Kilometerpreis: Der Neubau der eingleisigen Strecke Weisweiler-Langerwehe war 18 Mio EUR (= 7,5 Mio EUR pro Kilometer) (Quelle: gessen.de). Wobei eine Straßenbahn in der Tat deutlich billiger sein sollte als eine Eisenbahn mit einem Tunnel und einer Brücke.

Die Reaktivierung einer (noch vorhandenen) Strecke als Vergleich herzunehmen ist aber denke ich auch wenig zielführend.


@Radweg: Der Vennbahn-Radweg im Süden der DG ist in der tat schwach besucht. Das liegt sicher auch daran, dass er noch nicht durchgehend fertig gestellt ist und somit vor allem die spärliche Lokalbevölkerung ihn nutzt.

In dem Bereich stand eine Reaktivierung sowieso nie in Gedanken, sodass dort der Radweg auch keine Schienenzukunft verbaut.

Dass der Radweg enorm teuer ist hatten wir ja schon festgestellt

Gerade zwischen Brand und Kornelimünster, wo ein Wiederaufbau der Schiene sinnvoll sein kann, ist der Vennbahnweg überaus gut besucht und leider nicht ohne weiteres parallel zu einer Schienenverbindung verlegbar. (zwischen Rothe Erde und Brand sollten Radweg und Schienen ohne gegenseitige Behinderung nebeneinander passen)

 Eintrag Nr. 1137 von Michael Bettighofer vom 12.04.2012 um 12.50Uhr
Nur mal ein Vergleich Kosten für die
Camopusbahn im Kilometer 10 Millionen.

Ein Kilometer Eisenbahnstrecke wie z.B
im EVS Netz 700.000 Euro. Wobei man hier
noch die Signaltechnik usw
berücksichtigen muss. Die Ausbaustufe
Alsdorf Annapark - Poststr. liegt bei
5,7 Millionen. Die beinhaltet vier
Haltepunkte, sieben Büs und ein
Brückenbauwerk. Kosten für diesen 3,5
Kilometer langen Abschnitt 5,7
Millionen. Liegt der Preis im Kilometer
bei 1,62 Millionen Euro! Ich denke das
sollte einem zu denken geben! Nun die
Politik muss es nicht bezahlen sondern
der Bürger!

 Eintrag Nr. 1136 von Michael Bettighofer vom 12.04.2012 um 12.15Uhr
An Motorsäge,

da hast du völlig Recht. Der Vennbahnweg
steht in keinem Kosten/Nutzenverhältnis!
Ich war gestern in Luxemburg und
St.Vith. Das Wetter war dort sehr
schön...Vennbahnweg!!!! Nix war darauf
los!!!! Die Benzinpreise werden noch ein
Problem werden. Hier pennt die Stadt
Aachen. Die Eifel als Siedlungsraum kann
auf Dauer ein Problem bekommen, was
Abwanderung heißt. Verödung von
Landstrichen ist die Folge. Deswegen
denke ich ist es besser wir machen und
lieber Gedanken darüber wie wir uns in
der Fläche aufstellen. Die Campusbahn
bietet sich nicht dafür an.

An Steffen. Ja das stimmt du brauchst
eben Überleitstellen, sicherlich so
teuer werden die nicht sein. Nur bei dem
Akkubetrieb kann man nicht genug davon
haben, eben weil die Betriebssicherheit
leicht einbricht. Die Bevölkerung von
Aachen profitiert nur eben an der einen
Strecke, die Leute in
Haaren,Laurensberg,Walheim usw haben
nicht wirklich was davon. Dürfen aber
kräftig mit bezahlen. Selbst in Brand wo
sich die Siedlungsbereiche völlig
verändert haben läuft die Campusbahn
nicht daran vorbei.

An Wastl. Die Haltestellen für die
Campusbahn liegen in der Straßenmitte,
da laufen dir die Leute direkt vors Auto
wenn die noch eine Bahn bekommen wollen.
Unfallgefahr hoch drei.

Ich begreife einfach nicht warum man in
Aachen wieder ein neues Fass aufmacht!
Dazu völlig übereilt und nicht
durchdacht. Wir von
Campsubahn=Groeßtenwahn sind für einen
Nahverkehr der auch die Alternativen
geprüft sehen will, diese werden aber
überhaupt nicht in Betracht gezogen.
Lieber wieder ein neues Projekt als
bestehende Systeme weiterzuentwickeln.
Hier Campusbahn, da euregiobahn und dann
reißt man noch die Vennbahn ab wo die
Benzinpreise steigen und steigen und
baut nen Ravelweg drauf! Kann mir das
hier mal jemand erklären! Alles nicht
ganz schlüssig. Dazu blitzt die
Campusbahn beim Schaufenster E-
Mobilität in Berlin ab! Wenn man sieht
was bei der Campusbahn ein Kilometer
Strecke kostet, da kann man nur den Kopf
schütteln und ein paar hundert Meter
liegt eine alte Trasse die man für einen
Bruchteil von dem reaktivieren könnte.
Ich für meinen Teil werde das Thema
immer wieder auch jetzt in den Medien
ansprechen. Sollte die Campusbahn
scheitern, dann wird man sich Gedanken
machen müssen. So kann das nichts geben
wie man sich das vorstellt. Alleine in
Brand will man dann für die Campusbahn
einen P+R Platz planen. Man stellt sich
die Frage, wo der denn hinkommen soll??
Dazu sollen die Pendler aus der Eifel
mit Schnellbusen bis Brand fahren und
für die letzten paar Kilometer mit der
Campusbahn fahren. Brand wird dann zum
Umsteigebahnhof! Wir setzten also dann
zwei Systeme ein Bus und Campusbahn! So
waren die Gedankengänge bei der
Veranstaltung in Richerich. Mal sehen
was man uns als nächstes erzählen will.
Bei Betriebshof weiß man auch nicht so
recht wo der eigentlich hin soll, mal am
Campus dann kommt man auf die Idee man
könnte doch was von der Lützow Kaserne
abzwacken... Alles mal so richtig
durchdacht! Wer sich mit Eisenbahnen und
generell mit schienengebunden Systemen
auskennt, der kann nur noch schmunzeln.

 Eintrag Nr. 1135 von Wastl vom 11.04.2012 um 23.17Uhr
Servus!

Spontan fällt mir ein, wie gefährlich bzw. nervig die Haltestellen für Autofahrer als auch Fußgänger (bzw. die Fahrgäste) sein können. Habe das selber in Elbflorenz erlebt, dass entweder die Leute wie die Lemminge auf die Straße gesprungen sind oder eben der Verkehr durch eine Lichtzeichenanlage für eine Weile zum Stillstand gezwungen wurde. In aller Regel sind dort Haltestellen in der Straßenmitte installiert. Dies wäre natürlich auf einer ohnehin schon auf eine Fahrspur reduzierte Triererstraße der absolute Koller, wenn man sich vorstellt, dass dann ganze Kreuzungen für die Zeit des Fahrgastwechsels gänzlich blockiert wären. Der Verkehr würde weiter entschleunigt, was für alle Teilnehmer ein weiterer oder verstärkter Streßfaktor wäre und irgendwie widerspricht das dem tendenziell immer mehr auf Geschwindigkeit und Effektivität ausgerichteten Leben(-sstil). Schließlich würde ich mich sehr doll ärgern, wenn ich meinen heiligen Schlaf 20 Minuten früher beenden müsste, nur weil irgendein Firlefanz meine Mobilität absichtlich einschränkt und meine Pendelei verzögert. Ne, was bin ich in dieser Hinsicht froh, dass ich keine 4 Minuten vom Arbeitsplatz entfernt wohne und auf ganz natürliche Art und Weise ein massives Gebirge (Alpen genannt) recht wirkungsvoll gewisse Pläne im Keim erstickt.

 Eintrag Nr. 1134 von Steffen vom 11.04.2012 um 15.14Uhr
Hallo Michael,

danke für die Argumente! Dagibt es bestimmt noch einige mehr, die dagegen sprechen.

Speziell zu den Überleistellen: So teuer können die nicht sein. Zumindest hier in Stuttgart liegt alle paar Kilometer ein antriebsloses(!) Weichenpaar ohne(!) Signaltechnik - und zwar so, dass sie im Normalfall stumpf befahren werden. Falls ein Gleiswechsel durchgeführt werden muss (ich habe das bislang nur ein mal erlebt), kommt eben ein Mann im Auto mit Weichenstellheben vorbei. Gefahren wird da sowieso auf Sicht - ist ja eine Straßenbahn.

In Tunnels mag das anders aussehen, aber das betrifft Aachen ja nicht.

Noch eine Frage: Es gibt doch sicherlich Zahlen, wie groß das Einzugsgebiet der "Campusbahn" ist? Also wie viele Aachener profitieren davon wirklich? Denn es sind ja eigentlich nur Bewohner von Teilen von Brand und Forst sowie Richtung Melaten. Das dürfte nur ein kleiner Teil der bevölkerung sein.

Straßenbahn ja - aber bitte langfristig durchdacht!

 Eintrag Nr. 1133 von Motorsäge vom 11.04.2012 um 13.24Uhr
Eigentlich ist dieser Staat pleite, wie so viele andere, aber es läßt sich immer noch was rauspressen.

Letztendlich muß aber jede Regierung einsehen das vor den nicht mehr aufzuhaltenden Spritpreissteigerungen irgendwann der Individualverkehr für den Bürger nicht mehr bezahlbar ist und die Arbeitnehmer wieder auf ein öffentliches Massenverkehrsmittel angewiesen sein werden um zur Arbeit zu kommen. Und das wird den Gemeinden zu Gute kommen, die einen Anschluß zum Schienennetz haben. Schauen wir nurmal wie Baesweiler auf die Tube drückt um an die Euregiobahn angeschlossen zu werden.

Der Eifeler ist zwar grundsätzlich gewohnt weite Strecken zurückzulegen aber billiger tanken kann er deswegen auch nicht. Ich denke der Ölpreis arbeitet unaufhaltsam pro Bahn. Die Vennbahnabreißer werden sich noch umschauen, der Radweg reißt ja auch alle Kostengrenzen und ich behaupte mal der wirtschaftliche Nutzen ist annähernd gleich Null.

 Eintrag Nr. 1132 von Michael Bettighofer vom 11.04.2012 um 13.23Uhr
Hallo eurgiobahner,

ich bin ja auch einer der "Drahtzieher"
von Campusbahn=Groeßtenwahn. Warum!?
Nicht das ich gegen den Nahverkehr bin
und bin selber sogar in diesem Bereich
tätig.

Seit Jahren befasse ich mich mit dem
Thema Eisenbahn und bin selber
Lokführer. Die Campusbahn weißt folgende
Schächen auf:

keine Systemkompatibilität ( auch nicht
gewünscht) zum Netz der DB.

hohe Kosten im Kilometer, damit liegen
wir bei der DB im
Hochgeschwindigkeitsbereich.

Die Fahrzeuge und der Betriebshof müssen
von der Stadt bezahlt werden. Die Kosten
kann man sich sparen wenn das Netz der
euregiobahn ausgebaut würde. Abstellung
in Rothe Erde vorhanden und Aachen
HBF.Allein hier liegt ein
Einsparpotenzial von ca 120 Millionen!

Das Netz der EVS wird 2016 unter
Fahrdraht laufen.

Die C02 Bilanz würde sich insgesamt
verschlechtern, weil die Fahrspuren im
Bereich Trierstr und Adelbersteinweg auf
eine Spur reduziert würden. Der
Individualverkehr aber nicht schlagartig
abnimmt.

Ein Systemausbau über 2019 eher fraglich
ist, da das
Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz
ausläuft und ein Ersatz dafür bis heute
nicht steht.

Akkufahrzeuge sind störanfällig und die
DB hat sich davon in den 90er Jahren
endgültig getrennt. Zumal das gesamte
System noch mehr kostet als eine 08/15
Straßenbahn. Dazu kommt das im Bereich
Infrastruktur ständig Überleitstellen
geschaffen werden müssen falls so ein
Fahrzeug liegen bleibt. Allein die
Kosten für Weichen und Signaltechnik
sind dabei nicht zu vernachlässigen.

Die Fahrzeuge liegen mit einer geringen
Losgröße schon im Kleinstserienbereich,
was für Problem in der
Ersatzteilversorgung schon mit sich
bringt.

Das gesamte Projekt basiert auf der
Tatsache den Campus an den Bushof
anzubinden, der Versuch ist gescheitert
also bindet man durch bis Brand...der
Fördergelder wegen! Sowas kann nicht
sein, da man in Brand in vier Jahren mal
eben die ganze Trierstr. umgebaut hat.
Ich meine was ist das für eine
Politik..so unter dem Motto "Sorry da
müssten wir nochmal ran".

So schön eine Straßenbahn sein mag, es
gibt in Aachen und Umgebung andere
Lösungen und die Campusbahn ist eben
nicht alternativlos, sondern sie ist
eine Option, wobei man andere Optionen
nie geprüft hat, was den Ausbau der
Eisenbahn in die südl. Städteregion
betrifft.

Ganz nebenbei wo soll in Brand den ein
P+R Parkplatz entstehen??

Ich habe drei Veranstaltungen besucht
und jedesmal mehr wurde ich davon
überzeugt, dass man hier auf
Fördergelder schaut die man schnell noch
mitnehmen will, was dazu führt, dass man
sich nicht in Ruhe mit den vorhandenen
Systemen auseinandersetzen will oder
wollte.

In diesem Sinne

MFG Michael


 Eintrag Nr. 1131 von euregiobahner vom 10.04.2012 um 16.11Uhr
Also eine Straßenbahn ist in der heutigen Zeit
schon ein Geschenk für eine Stadt wie Aachen
aber wenn dann sollte man sie dann schon mit
der Euregiobahn verknüpfen und der
streckenast via trierer straße sollte wirklich
verlegt werden auf die alte vennbahntrasse mit
option auf eine weiterführung in richtung eifel ;-
) aber meiner meinung nach ist die kohle dafür
einfach nicht da

 Eintrag Nr. 1130 von Manu vom 10.04.2012 um 14.11Uhr
irgendwie erinnert mich das ganze an die Einschienenbahn in Springfield

Die ganze Stadt fällt auseinander, überall muss was geflickt und erneuert werden, stattdessen kauft man etwas was niemand wirklich braucht, aber hauptsache man hat ein Prestigeprojekt.

Wie wäre es denn wenn man den Busverkehr komplett vom Autoverkehr abkoppelt, z.B. mit einer durchgehenden unabhängigen Busspur die ganze Trierer Str. hinab?


 Eintrag Nr. 1129 von Michael vom 04.04.2012 um 21.11Uhr
Hallo Steffen,

ja das ist mir bekannt mit Karlsruhe,
allerdings umso mehr wundert es mich,
dass sich die Öcher eine Akkubahn so
will ich sie mal nennen anschaffen
wollen. Mal davon abgesehen, dass die
Betriebssicherheit durch Abbau der
Akkukapazität schnell am Ende ist. Dazu
kommt, dass Fahrzeuge in keiner Weise so
ausgelegt sind, dass sie Vollbahn
tauglich sind. Fängt an bei den
Fahrmotoren und geht über die PZB bis
hin zum Wagenkastenaufbau. Das Modell in
Karlsruhe hätte Vorbild sein können. Nee
war nicht innovativ genug! Jetzt haben
die erstmal eine Absage bekommen im
Schaufenster E Mobilität ist kein Geld
zu holen. Tja da waren die
Endscheidungsfinder wohl andere Meinung.
Ich fände es innovativ wenn man
bestehende Systeme weiter entwickelt und
Strukturen nutzt die vorhanden sind,
dazu dann noch sinnvolle
Ergänzungen...als sich so ein Hightech
Teil zu leisten. Dazu nicht wieder
Unsummen von Geld ausgibt und die
Bevölkerung damit auf die Palme bringt,
dass man so ignorant und einen erneuten
Umbau der Trierstr pant, dazu wo die
gerade erst fertig ist. Dann wundern die
sich bei jedem Infoabend nur
niedergemacht werden. Sorry aber da muss
man langsam mal was gegen unternehmen...

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